„…Digitalfunk, bitte kommen!….“

…ähnlich könnte es momentan lauten. Der Digitalfunk nach dem TETRA Standard für die Polizei, Feuerwehren und Hilfsorganisationen steht vor seiner Einführung in Deutschland. Aus den ersten Überlegungen seit Mitte der 90er Jahre wird nun endlich Wirklichkeit. Der abzulösende analoge Funk bei den BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), übrigens in seiner Form und Organisationsübergreifenden Breite einmalig in der Welt, wird langsam verschwinden.

Der technische Fortschritt mit seiner rasanten Entwicklung gerade im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) und die enorm gesteigerten Anforderungen und Aufgaben im Bereich der BOS machen eine Umstellung von der über 30 Jahren alten, durchaus funktionierenden, Analog-Funktechnik nötig.  

Der Digitalfunk, der u. a. technisch der GSM-Mobiltelefonie ähnelt, bietet unter anderem auch deren Vorteile und Möglichkeiten wie: bundesweite Erreichbarkeit; gezieltes Anrufen von Teilnehmern; Versenden von Kurznachrichten; Datenübertragungsmöglichkeiten und GPS-Ortung. Allerdings müssen sich die BOS das Netz nicht mit privaten Nutzern teilen, sondern nutzen es exklusiv!
Die klassischen Funktionen des Analog-Funks, wie z. B. Gruppengespräche bleiben jedoch auch erhalten.

Der geplante Ausbau des Digitalfunknetzes erfolgt seit September 2007 und wird in 45 Netzabschnitten Deutschlandweit durchgeführt. NRW ist neben Berlin, Hamburg  und Baden-Württemberg eines der sog. Starterländer. In NRW erfolgt der Ausbau in 6 Phasen, wobei mit dem Netzabschnitt 27 (Regierungsbezirk Köln) bereits begonnen wurde. Hier ist geplant 99 Basisstationen zu errichten. Die ersten 2 Basisstationen stehen bereits. Nach dem Gesamtausbau des Netzes werden es in NRW rund 400, bundesweit gesamt dann ca. 3500 Basisstationen sein. Der erweiterte Probebetrieb des Digitalfunks für den Regierungsbezirk Köln soll am 04.02.2009 starten.

 Die Feuerwehr Leverkusen steht vor der großen Herausforderung diese neue Technik in kürzester Zeit einzuführen und umzusetzen. Dieses beinhaltet die technische Umrüstung der Feuer- und Rettungsleitstelle auf der Feuerwache 1 sowie die Umrüstung von Fahrzeugen, wobei für eine Übergangszeit parallel mit Analog- und Digitalfunk gefahren werden muss. Dieser Umrüstung vorausgehend müssen die Nutzer auch für die zum Teil neuen Anwendungen geschult werden. Der theoretische Nutzerkreis im Bereich der Feuerwehr Leverkusen liegt bei ca. 440 Personen (170 Berufsfeuerwehr und 270 Freiwillige Feuerwehr). Es wurde schon damit begonnen sog. Multiplikatoren für die Ausbildung zum Institut der Feuerwehr NRW zu entsenden und dort zu schulen.  

Fazit: Der zeitliche Rahmen den die Politik für die Einführung des Digitalfunks den BOS gesetzt hat, ist ein ehrgeiziges Ziel. Die an uns gestellten Aufgaben werden spannend und arbeitsintensiv. Trotzdem sollten wir dem Thema Digitalfunk mit Freude und ohne negative Vorbehalte entgegen treten.

BA Florian Kemper
Informations- u. Kommunikationstechnik
Feuerwehr Leverkusen

 

Fotos vom Aufbau

 

 

 

 


... weitere Fotos folgen!


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